Große Namen. Klare Worte.


Regionalliga, vierte Klasse, Amateure – es braucht schon ein gewisses Maß an Leidenschaft, um als Profi in dieser Liga zu arbeiten und zu bestehen. Leidenschaft bringt Claus-Dieter Wollitz, genannt „Pele“, eine Menge mit – das bewies nicht erst seine Wutrede als Trainer des VfL Osnabrück. Der 47-jährige Coach des West-Regionalligisten Viktoria Köln gilt in Fachkreisen als emotionaler Fußballlehrer, authentisch, mitreißend – ein sogenannter „Kult-Trainer“. Er selbst beschreibt sich als „offen und fair, aber auch sehr harmoniebedürftig“. Dass es Wollitz trotz lukrativer Angebote von Zweit- und Drittligisten in die höchste Amateurklasse verschlug, hat vor allem wirtschaftliche Gründe: „Das Projekt und die Möglichkeiten in Köln haben den Ausschlag gegeben, sonst hätte ich das auch nicht gemacht. Bislang hat sich das positiv bewahrheitet.“ Identifikation ist ihm wichtig – die er nun in Köln findet, wo er bereits von 1998 bis 2001 beim FC als Spieler aktiv war.

 

Wollitz macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er die vierte Liga mit der Viktoria so schnell wie möglich wieder verlassen will. „Schnellstmöglich“ sagt er, wolle man in die dritte Liga. „Das ist dieses Jahr aber kein Muss“, schränkt er ein. Aufstiegserfahrung hat Wollitz bereits, nachdem ihm 2007 mit Osnabrück in der Regionalliga Nord der Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelang. „Es gibt natürlich Unterschiede in der Handelsschnelligkeit, das Spiel ist immer noch sehr mannorientiert. Die Art zu spielen ist im Vergleich zu den Profiligen ganz anders“, sagt Wollitz über den Qualitätsunterschied zu den Bundesligen. Trotzdem sieht der Kölner Trainer auch Positives: „Es kommen viele Zuschauer und es gibt interessante Nachwuchsmannschaften, die schon immer gute Spieler hervorgebracht haben.“

 

Neben weiteren bekannten Gesichtern auf der Trainerbank, wie den ehemaligen Bundesligaprofis Valerien Ismael (VfL Wolfsburg II), Rodolfo Cardoso (Hamburger SV II) und Alexander Schur (Eintracht Frankfurt II), sind die Stars auch im fortgeschrittenen Alter noch auf dem Rasen zu finden. Besonders spektakulär erwies sich im Sommer die Rückkehr von Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah zu seinem Stammverein FC Schalke 04. Dort wird der 34-Jährige nicht nur als PR-Botschafter im Marketingbereich des Klubs tätig sein, sondern auch in der Regionalliga gegen den Ball treten. Dafür schlug Asamoah gar das Angebot von Bundesligaabsteiger Fortuna Düsseldorf aus. „Ich bin wieder da, von wo ich eigentlich nie weg war. Auf Schalke ist meine Heimat. Mir ist bewusst, dass die Profikarriere hiermit zu Ende ist. Aber jetzt habe ich die Gelegenheit, dem Verein und den Jungs noch etwas zurückzugeben.“ 279 Erstligaspiele absolvierte Asamoah in seiner Karriere für Schalke, 323 insgesamt. 51 Mal lief er für die deutsche Nationalmannschaft auf – nun greift der erfahrenste Spieler der Regionalliga als Amateur noch einmal an. Bereits nach seinem ersten Einsatz gegen RW Oberhausen stellte Asamoah fest: „Auch in dieser Liga ist es ganz schön hart. Die Gegner freuen sich richtig auf mich – aber das kenne ich ja schon.“

 

Ein weiteres bekanntes Gesicht ist Alexander Bugera. Der ehemalige Profi des 1. FC Kaiserslautern hat unlängst die Kapitänsbinde in der zweiten Mannschaft übernommen. „Im Profiteam gibt es vielleicht mehr Komfort, aber ich bin generell nicht der Mensch, der viel Wert drauf legt. Die Trainingsbedingungen hier passen, es ist alles sehr professionell“, lobt der 35-Jährige. Auch danach will sich Bugera weiter bei Kaiserslautern einbringen: „Ich bin stolz, dass ich die Entwicklung im Verein mitmachen darf.“ Nebenbei macht der Verteidiger seine Trainerscheine und arbeitet im Nachwuchsleistungszentrum des FCK als Techniktrainer. Dass er „nur“ noch in der Regionalliga am Ball ist, stört ihn nicht: „Die Regionalliga Südwest ist eine schwere Gruppe mit sehr vielen Traditionsmannschaften.“

 

kicker-Sportmagazin/Regionalliga-Sonderheft 2013/14

Susanne Müller - freischrift/fotografie - Hochzeitsfotografie in Neu-Isenburg

Hallo, ich bin Susanne, seit 33 Jahren eine lebensfrohe Optimistin, spontan, oft ein wenig zu genau

und schwer verliebt in meinen Job als Fotografin, Journalistin und Texterin in der Nähe von Frankfurt am Main. Ich liebe Kaffee und meinen Hund Sammy, den Duft von frisch gemähtem Gras, schöne Cafés und sonnige Biergärten. Ich reise gerne und viel, mal kurz, mal lang, mal tageweise. Und ich kann mich sehr für Philosophie, Weiterbildung, Fitness und Rockmusik begeistern...

 

Nach meinem Abitur 2003 habe ich mein Magisterstudium (Germanistik/Anglistik) in Heidelberg und Frankfurt absolviert, im Anschluss daran ein Fernstudium an der "Freien Journalistenschule" in Berlin. Seit 2011 arbeite ich als selbstständige Journalistin und Texterin, seit 2013 auch
als Fotografin in den Bereichen Businessfotografie, Hochzeit und Portrait.

 

Susanne Müller
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